Prolog I: Ich habe es getan. Ich war gestern abend im Kino.
Prolog II: Wenn man von der Prämisse ausgeht, dass Harry-Potter-Filme schlecht sind, dann wird man, wenn man sich “Harry Potter und der Halbblutprinz” ansieht, einen netten, fast schönen, Kinoabend erleben.
Der Abend begann schon sehr schlecht. Nach den Trailern von “Zweiohrküken” und “Lauras Stern und der gemeine Drache Nian” wollte ich gleich wieder nach Hause gehen, mindestens aber aufs Klo. Ich weiß, dass ich mich damit am Rande der Gesellschaft bewege, wo doch “Keinohrhasen” ein absoluter Kassenschlager war.
Mit dem Hauptfilm hatte mich der Mainstream aber wieder voll im Griff. Der absolute Potter-Hype scheint inzwischen abgeflaut zu sein. Die Bücher sind längst gelesen und die bisherigen Filme, besonders der letzte, waren erschreckend schlecht. Das Kino war dann auch nur zu 2/3 gefüllt.
Von dem, was sich mir im Verlaufe des Abends bot, war ich allerdings angenehm überrascht. Die erste halbe Stunde hat mir sehr gut gefallen, danach flacht der Film ab, bleibt aber durchaus nett anzusehen. Erwartungsgemäß setzt der Film andere Schwerpunkte als das Buch, was dem Film aber nicht schadet. Die Kenntnis der “wahren” Geschichte darf ja getrost beim Publikum vorausgesetzt werden, da ist der Film eine gute Ergänzung.
Im Buch geht es primär darum, dass Harry möglichst viel aus Tom Riddles Leben lernt, ihn zu verstehen lernt und begreift, warum er so ist, wie er ist. Der Film legt deutlich mehr Wert auf die pupertäre Entwicklung der Protagonisten, ohne dabei so schlecht wie der fünfte Film zu werden. Die Knutsch-Szenen sind erträglich, außerdem wird das Ganze mit einem gewissen Humor angegangen. Nicht zuletzt wirken die Schauspieler, allen voran Daniel Radcliffe, nicht mehr so hölzern. Auch die Kampfszenen halten sich erfreulicherweise in Grenzen.
Einige Szenen sind merkwürdig zusammengeschnitten, man fragt sich gelegentlich, wie das nun wieder gehen soll, eine Uncut-Fassung könnte hier bestimmt noch einiges an Mehrwert bieten. Gänzlich überflüssig dagegen eine Szene, die völlig frei erfunden ist und die auch im weiteren Verlauf des Films keinerlei Bedeutung hat: das Haus der Weasleys wird von Bellatrix und, wenn ich das richtig gesehen habe, vom Dunklen Lord persönlich (oder soll’s der Greyback gewesen sein?), angegriffen und abgefackelt. Doch statt sich den völlig schutzlos frei herumlaufenden Potter zu schnappen oder einen der anderen “Guten” zu verletzen oder gar zu töten passiert nichts weiter.
Dafür, dass die Suche nach den Horcruxen das ganze siebte Buch bestimmt, wird das Thema im sechsten Film etwas zu kurz behandelt. Wer die Story nicht kennt wird wieder mal seine Probleme mit dem Film haben. Aber das dürfte ja nur ein verschwindend geringer Teil der Zuschauer sein.
Und so bleibt mein Fazit: eine wirklich nette Illustration des Buches.
Hey,
Danke für die kleine Zusammenfassung. Will auch noch in den Film rein und bin schon ziemlich gespannt, vor allem weil ich den letzten Film auch ziemlich schlecht fand.
Liebe Grüße,
glasfrau
Hallo und herzlich willkommen,
Freischaltung erst heute, war erstmal im Urlaub. Warst Du inzwischen im Film?
Marijana
Hallo,
Nein, leider immer noch nicht, aber ich hoffe, dass ich demnächst mal Zeit und vor allem jemanden habe, der mit mir reingeht!
Liebe Grüße,
glasfrau